Was ist Kung Fu?

Kung Fu steht in der chinesischen Sprache für den Begriff "harte Arbeit" und beinhaltet sinngemäß Zeit, Mühe, Kraft und Geduld, die zum Erlernen einer besonderen Fähigkeit eingesetzt werden. Dieser Begriff wird für alle Künste (Malerei, Musik...) Chinas benutzt​

Kung-Fu allgemein    "Kung-Fu" im Kontext der Kampfkunst     
Das chinesische Schriftzeichen für "KungFu" im allgemeinen, künstlerischen Kontext. Das chinesische Schriftzeichen für "KungFu" im Kontext der Kampfkunst.​​

Das Kung Fu im Kontext der Kampfkunst findet seinen Ursprung bei den Mönchen der Shaolin-Klöster, die Bewegungsabläufe und Übungen entwickelten, um eine physische Verbesserung ihrer Konstitution für intensive Meditation zu erlangen. Da aufgrund mangelnder staatlicher Gewalt (China war aufgrund seiner Größe schwer zu verwalten) Überfälle, Aufstände, Mord und Plünderung das tägliche Leben (mit-) bestimmten, bestand auch für die Klöster die Notwendigkeit, sich effektiv zu verteidigen. So wurden aus den zunächst als gymnastische Übung verstandenen Techniken der Mönche über Generationen hinweg Kampfprinzipien entwickelt, die Leib und Leben sicherten und das Kloster vor Gefahren schützten.

Die weltanschaulichen Wurzeln dieser Kampfkunstart liegen im Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus. Die Übungen steigern die körperliche und geistige Fitness und erhöhen die Konzentrationsfähigkeit und das Selbstvertrauen.

Shaolin Kloster

Das Shaolin Kloster wurde im Jahre 495 errichtet. Zu dieser Zeit predigte der Abt Batuo (indischer Mönch) die Lehre des kleinen Fahrzeugs (Hinayana), die beinhaltet: Meditieren, um sich selbst zu retten. Aber diese Lehre war in Zentralchina nicht sehr verbreitet. Sie ist jetzt noch in Südchina, Tibet, Thailand etc. sehr beliebt. 27 Jahre später überquerte Buddi Darma, ein Schüler der 27. Generation des Gründers des Buddhismus (Sakyamuni), den Indischen Ozean und kam in Guangzhou an. Später ging er nach Naking und diskutierte mit dem Kaiser über die Lehre des großen Fahrzeugs (Mahayana), die beinhaltet: Meditieren, um andere zu retten. (Nach buddhistischer Lehre ist das Leben ein Leiden; sich an die Vorschriften des Buddhismus zu halten, ist die einzige Methode, sich von den Leiden zu befreien.) So verließ Buddi Darma Naking, überquerte den Yangtze und erreichte Shaolin Si - das Shaolin Kloster. (Dt. Übers.: Kloster im Wald des Shaolin-Berges).

Er meditierte 9 Jahre in einer Höhle auf dem Abhang des Shaoshi Berges und bekam Erleuchtung und gab seine Lehre weiter. So ist das Shaolin Kloster für die Chen-Lehre bekannt geworden. Da das Kloster tief im Berg lag, lebten dort auch viele Wildtiere, man musste gegen sie kämpfen um zu überleben. So trainierten die Mönche Kung Fu. Mit dieser Kampftechnik haben 13 Shaolin-Kung Fu-Mönche den 2. Kaiser der Tang-Dynastie in einer Schlacht gerettet. Deshalb erlaubte der Kaiser den Mönchen, die im Shaolin Kloster lebten, Fleisch zu essen und Schnaps zu trinken. Er schenkte dem Kloster viel Ackerland und erlaubte dem Kloster 500 Kung-Fu-Mönche auszubilden. So gewann das Shaolin Kloster an Bedeutung, viele Meister kamen hierher und so wurde ein umfangreiches Kampfsystem entwickelt, das schließlich der Ursprung von Kung Fu wurde.

Im 11. Jh. kamen viele Japaner in das Shaolin Kloster. Man vermutet, dass alle Kung-Fu-Kämpfer von Japan aus dem Kloster Shaolin stammen. In der Blütezeit lebten im Shaolin Kloster mehr als 1200 Mönche. Das Kloster wurde dreimal von Bränden ruiniert, heute leben dort noch mehr als 60 Mönche. In der Umgebung gibt es mehr als 50 Kung-Fu-Schulen; alle tragen den Namen "Shaolin".